Die wichtigsten Stationen von den ersten Funden bis zur heutigen Vereins- und Forschungsarbeit.
Geschichte des Vereins
Geschichte des Vereins
Die Geschichte des Chiemgau Impakt e. V. ist eng mit der Entdeckung und wissenschaftlichen Erforschung des südostbayerischen Kraterstreufeldes verbunden.
Aus ersten ungewöhnlichen Geländefunden entwickelte sich eine interdisziplinäre Forschungsinitiative. Das wachsende öffentliche und wissenschaftliche Interesse führte 2006 zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins, der Forschung, Dokumentation und Vermittlung dauerhaft unterstützt.
Von der Entdeckung zur Forschungsinitiative
Seit dem Jahr 2000 wurden im Raum zwischen Altötting und Traunstein wiederholt ungewöhnliche metallische Fundstücke und auffällige Geländeformen dokumentiert.
Die Funde traten häufig im Umfeld kreisförmiger oder ringwallartiger Strukturen auf. Ihre räumliche Verteilung und mineralogische Besonderheit führten zu systematischen Geländebegehungen, Probenahmen und ersten wissenschaftlichen Untersuchungen.
Eine Gruppe von Heimatforschern um Werner Mayer dokumentiert im südostbayerischen Raum ungewöhnliche metallische Stücke im Untergrund. Zu den identifizierten Phasen gehören seltene Eisensilizide wie Gupeiit und Xifengit.
Gleichzeitig werden zahlreiche auffällige Geländevertiefungen mit Ringwällen und kraterähnlicher Morphologie erfasst.
Die Fundstellen werden systematisch kartiert. Mineralogische, geologische und geophysikalische Fragestellungen treten zunehmend in den Vordergrund.
Die räumliche Verbindung zwischen außergewöhnlichen Materialien und kraterähnlichen Strukturen führt zur Hypothese eines großräumigen Impaktgeschehens.
Die Entdecker schließen sich mit Fachwissenschaftlern zum Chiemgau Impact Research Team (CIRT) zusammen.
Zu den beteiligten Fachgebieten gehören Astronomie, Archäoastronomie, Geologie, Geophysik, Mineralogie, Petrologie, Geschichte und Archäologie.
Ein Beitrag der Zeitschrift Astronomy und eine ausführliche wissenschaftliche Darstellung des CIRT machen die Entdeckung international bekannt.
Unter der Bezeichnung „Big Bang of Bavaria“ setzt ein starkes Medieninteresse ein. Presse, Rundfunk und Fernsehen berichten über das Chiemgau-Kraterstreufeld.
Die Forschungen werden ausgeweitet. Neue geologische, mineralogische, geophysikalische und archäologische Untersuchungen kommen hinzu.
Das wachsende Interesse von Wissenschaftlern, Institutionen, Kommunen und Privatpersonen schafft die Grundlage für eine dauerhaft organisierte Förderung.
Der gemeinnützige Verein wird gegründet.
Ziel ist die Förderung der wissenschaftlichen Erforschung des südostbayerischen Meteoritenkrater-Streufeldes sowie die Dokumentation und Vermittlung der Ergebnisse.
Die Arbeit wird zunehmend interdisziplinär. Geländekartierung, Geophysik, Schockmetamorphose, Materialanalytik, Geoarchäologie, Datierung, astronomische Rekonstruktion und kulturhistorische Forschung werden miteinander verbunden.
Zahlreiche Forschungsergebnisse werden auf Tagungen vorgestellt und in Fachbeiträgen veröffentlicht. Untersuchungen betreffen unter anderem den Tüttensee, Krater #004, die Chiemsee-Doppelstruktur, Eisensilizide, Kohlenstoffphasen und archäologische Fundstellen.
Die Phaethon-Überlieferung und weitere kulturhistorische Quellen werden systematisch mit dem naturwissenschaftlich rekonstruierten Ereignis verglichen.
Damit erweitert sich das Forschungsspektrum um klassische Philologie, Kulturgeschichte und Geomythologie.
Mit dem Aufbau des Chiemgau-Impakt-Museums erhält die Forschung einen dauerhaften Ausstellungs- und Vermittlungsort.
Vorträge, Führungen, Exkursionen, Ausstellungen und Medienbeiträge machen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Der Verein unterstützt ein internationales und interdisziplinäres Forschungsnetzwerk.
Die Arbeiten umfassen Geländeuntersuchungen, Laboranalysen, Publikationen, Museumsarbeit, wissenschaftliche Vorträge und die digitale Dokumentation der Forschung.
Am Anfang stand eine Gruppe regionaler Heimatforscher mit langjähriger Geländeerfahrung. Sie erkannte, dass die metallischen Fundstücke nicht zufällig verteilt waren, sondern häufig im Umfeld auffälliger Geländeformen vorkamen.
Die systematische Beobachtung, Kartierung und Sicherung des Materials schuf die Grundlage für die spätere wissenschaftliche Untersuchung.
Mit dem Chiemgau Impact Research Team entstand ein interdisziplinärer Zusammenschluss aus Entdeckern und Wissenschaftlern.
Die Verbindung von genauer Ortskenntnis, Feldarbeit und wissenschaftlicher Spezialanalytik ermöglichte es, das Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen.
Das große öffentliche Interesse und die zunehmende Unterstützung aus Wissenschaft, Politik, Kommunen, Unternehmen und Bevölkerung führten zur Gründung einer dauerhaften Organisationsform.
Am 3. Oktober 2006 wurde der Verein zur Förderung der Erforschung des südostbayerischen Meteoritenkrater-Streufeldes gegründet.
Der Verein schuf die organisatorische Grundlage für Forschungsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Veranstaltungen und den späteren Museumsbetrieb.
Im Verlauf der Forschung kamen immer neue Disziplinen hinzu:
- Geologie und Geomorphologie,
- Geophysik und Hydroakustik,
- Mineralogie und Materialwissenschaften,
- Schockphysik und Impaktforschung,
- Geoarchäologie und Archäometrie,
- Astronomie und Impaktmodellierung,
- Kulturgeschichte und klassische Philologie.
Diese Entwicklung prägt den Verein bis heute.
Die Forschung wurde auf nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt. Fachbeiträge, Bücher, Tagungsbände, Vorträge und Medienberichte machten das Projekt weit über die Region hinaus bekannt.
Parallel dazu entwickelte der Verein Angebote für Schulen, Besuchergruppen, interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie touristische und kulturelle Einrichtungen.
Kontinuität und Weiterentwicklung
Die Geschichte des Vereins ist zugleich die Geschichte einer stetig wachsenden interdisziplinären Forschung.
Aus einzelnen Geländebeobachtungen entstand ein komplexes Forschungsprojekt, das geologische, mineralogische, archäologische, astronomische und kulturhistorische Befunde miteinander verbindet.
Zusammenfassung
Die Entdeckung ungewöhnlicher Eisensilizide und kraterähnlicher Geländeformen seit dem Jahr 2000 gab den Anstoß zur Chiemgau-Impaktforschung.
2004 entstand das Chiemgau Impact Research Team. Das internationale Medieninteresse und die wachsende wissenschaftliche Zusammenarbeit führten am 3. Oktober 2006 zur Gründung des gemeinnützigen Vereins.
Heute unterstützt der Chiemgau Impakt e. V. Forschung, Museum, Publikationen, Veranstaltungen und die öffentliche Vermittlung eines außergewöhnlichen Naturereignisses.
