Seit 2000 dokumentierte eine Gruppe von Heimatforschern ungewöhnliche metallische Partikel und kreisförmige Geländeformen.
2003 und 2004 wurden erste Zusammenhänge zwischen Fundmaterial, Kraterstrukturen und Spurenelementanomalien untersucht.
Seit den ersten systematischen Untersuchungen im Jahr 2004 hat sich die Chiemgau-Impaktforschung von einer regionalen Entdeckung zu einem interdisziplinären Forschungsprojekt entwickelt.
Geologie, Geophysik, Mineralogie, Materialwissenschaften, Geoarchäologie, Archäometrie, Astronomie und Kulturgeschichte wurden schrittweise zu einem gemeinsamen Forschungsansatz verbunden.
Ausgangspunkt waren ungewöhnliche metallische Partikel und kraterähnliche Strukturen, die seit 2000 im Gelände dokumentiert wurden.
2004 formierte sich das Chiemgau Impact Research Team. Seither wurden das Kraterstreufeld kartiert, Proben analysiert, Fundstellen untersucht, neue Materialphasen beschrieben, geoarchäologische Bezüge erarbeitet und Ergebnisse auf internationalen Tagungen präsentiert.
Seit 2000 dokumentierte eine Gruppe von Heimatforschern ungewöhnliche metallische Partikel und kreisförmige Geländeformen.
2003 und 2004 wurden erste Zusammenhänge zwischen Fundmaterial, Kraterstrukturen und Spurenelementanomalien untersucht.
Erste Funde ungewöhnlicher metallischer Partikel und kraterähnlicher Strukturen im Gelände. Beginn systematischer Kartierung und Probenahme.
Zusammenschluss des Chiemgau Impact Research Teams. Internationale Bekanntmachung unter dem Schlagwort „Big Bang in Bavaria“.
Gründung des Chiemgau Impakt e. V. als gemeinnützige Organisation zur Förderung von Forschung und Vermittlung.
Ausbau geologischer, geophysikalischer, mineralogischer und archäometrischer Untersuchungen. Publikationen zum Kraterstreufeld, Tüttensee, zur Datierung und zum Phaethon-Komplex.
Eröffnung des Chiemgau-Impakt-Museums.
Eröffnung des Impakt-Lehrpfads am Tüttensee. Veröffentlichung grundlegender Arbeiten zum Kraterstreufeld und zur Datierung.
Vertiefung der geoarchäologischen Forschung, Untersuchungen in Stöttham und Mühlbach sowie Ausbau geophysikalischer Untersuchungen.
Große Ausstellung im Kulturforum Klosterkirche in Traunstein. Umfangreiche öffentliche Vermittlung und weitere Forschungspräsentationen.
Neue Arbeiten zu Chiemsee-Tsunami, Kohlenstoffmaterialien, Eisensiliziden, Kratermorphologie und kulturhistorischen Bezügen.
Publikationen zu archäologischen Impaktbefunden, digitalen Geländemodellen und der Einbettung des Ereignisses in den archäologischen Kontext.
Systematische Übersicht natürlicher Eisensilizide, neue Arbeiten zum Eisensilizid-Streufeld sowie umfassende geoarchäologische Synthesen.
Jubiläum zu 20 Jahren organisierter Chiemgau-Impaktforschung mit Rückblick auf Forschung, Museum, Publikationen, Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit.
Fortführung der interdisziplinären Auswertung, Ausbau der wissenschaftlichen Website und Zusammenführung der Ergebnisse in einer systematischen Gesamtdarstellung.
Das ellipsenförmige Streufeld zwischen Altötting, Burghausen, Chiemsee und Alpen wurde durch instrumentelle Geländebegehungen, Luftbilder, historische Karten und LiDAR-Daten erfasst.
Die Untersuchungen dokumentieren weit über hundert Krater mit Durchmessern vom Meterbereich bis zu etwa 1,3 km.
Der zentrale wissenschaftliche Nachweis beruht auf Schockmetamorphose in verschiedenen Gesteinen und Mineralen.
Planare Deformationsstrukturen, diaplektische Gläser, Schmelzprodukte und weitere Hochdruckveränderungen belegen kurzzeitig wirkende extreme Druck- und Temperaturbedingungen.
Zu den besonderen Forschungsfeldern gehören Eisensilizide, Carbide, Calciumaluminate, Glas-Kohlenstoffe und weitere ungewöhnliche Phasen.
Der im Chiemgau beschriebene Chiemit stellt eine neue Art kohlenstoffreichen Impaktgesteins dar.
Die direkte Einbettung von Impaktmaterial in archäologische Schichten zählt zu den außergewöhnlichsten Ergebnissen.
Mühlbach und Stöttham dokumentieren Artefakte-in-Impaktiten, Schockmetamorphose in archäologischen Fundzusammenhängen und die unmittelbare Betroffenheit vorgeschichtlicher Siedlungen.
Form und Lage des Streufeldes ermöglichen Aussagen zu Anflugrichtung, Fragmentierung und Beschaffenheit des Impaktors.
Die Rekonstruktion spricht für einen flach eintretenden, stark fragmentierten, mechanisch heterogenen kosmischen Körper.
Phaethon, Eridanos, Bernstein, Keltenland und weitere antike Überlieferungen wurden mit dem unabhängig rekonstruierten Naturereignis verglichen.
Damit wurde die Forschung um klassische Philologie, Archäoastronomie und Geomythologie erweitert.
Seit 2004 wurden Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften, Tagungsbänden, Büchern und zahlreichen Konferenzbeiträgen veröffentlicht.
Präsentationen fanden auf nationalen und internationalen Tagungen statt und ermöglichten den Austausch mit Fachwissenschaftlern aus verschiedenen Ländern.
Museum, Tüttensee-Lehrpfad, Vorträge, Exkursionen, Ausstellungen, Medienbeiträge und Kinderprogramme machen die Forschung öffentlich zugänglich.
Die große Ausstellung in Traunstein 2015 und die Jubiläumsveranstaltung 2024 markieren wichtige Stationen der öffentlichen Vermittlung.
Ein erheblicher Teil der Forschungsarbeit wurde privat und ehrenamtlich finanziert.
Hinzu kommen unentgeltliche Leistungen von Firmen, Instituten und kooperierenden Wissenschaftlern, Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie Unterstützung durch Gemeinden und regionale Partner.
Die Entwicklung des Projekts wurde durch das Zusammenwirken von Entdeckern, Wissenschaftlern, Vereinsmitgliedern, Gemeinden, Firmen, Spendern und zahlreichen ehrenamtlich Engagierten ermöglicht.
In 22 Jahren entwickelte sich die Chiemgau-Impaktforschung zu einem breit aufgestellten interdisziplinären Projekt.
Kraterkartierung, Schockmetamorphose, Materialanalytik, Geoarchäologie, Datierung, Astronomie und Kulturgeschichte wurden zu einer gemeinsamen Rekonstruktion des Ereignisses verbunden.
Museum, Lehrpfad, Publikationen, Tagungen und öffentliche Veranstaltungen machen diese Entwicklung sichtbar und dokumentieren die kontinuierliche Arbeit des Chiemgau Impakt e. V.