Die Erforschung des Chiemgau-Impakts ist nur durch die Zusammenarbeit zahlreicher Fachgebiete möglich.
Das Forschungsnetzwerk verbindet Geländebeobachtung, Geologie, Geophysik, Mineralogie, Materialwissenschaften, Geoarchäologie, Archäometrie, Astronomie und Kulturgeschichte.
Im Mittelpunkt steht nicht die Arbeit einer einzelnen Disziplin, sondern die gemeinsame Auswertung voneinander unabhängiger Befunde.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Jede Fachrichtung beantwortet einen anderen Teil der Gesamtfrage: Wo liegen die Strukturen? Wie sind sie aufgebaut? Welche Druck- und Temperaturbedingungen wirkten? Wann fand das Ereignis statt? Welche Folgen hatte es für Landschaft und Menschen?
Erst durch das Zusammenführen dieser Ergebnisse entsteht eine belastbare Rekonstruktion des Chiemgau-Ereignisses.
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Chiemgau Impact Research Team
Das Chiemgau Impact Research Team (CIRT) entstand 2004 aus der Zusammenarbeit der Entdeckergruppe mit Fachwissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen.
Das Netzwerk bündelt regionale Geländekenntnis, wissenschaftliche Spezialanalytik und internationale Fachkontakte.
Zu den Aufgaben gehören:
Koordination von Gelände- und Laborarbeiten,
gemeinsame Auswertung komplexer Befunde,
Vorbereitung wissenschaftlicher Publikationen,
Präsentation auf Tagungen,
fachübergreifender Austausch.
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Beteiligte Fachgebiete
Geologie und Geomorphologie Kartierung, Stratigraphie, Kratermorphologie und Auswurfablagerungen.
Geophysik Magnetik, Gravimetrie, Bodenradar, Bathymetrie und Sedimentechographie.
Mineralogie und Petrographie Schockmetamorphose, Impaktschmelzen, Hochdruck- und Hochtemperaturphasen.
Materialwissenschaften Mikro- und Nanostrukturen, Metallphasen, Kohlenstoffmaterialien und Gefügeanalysen.
Geoarchäologie Katastrophenschichten, Artefakte-in-Impaktiten und Siedlungswirkungen.
Archäometrie Datierung, Materialanalyse und naturwissenschaftliche Untersuchung archäologischer Funde.
Astronomie und Impaktphysik Anflugrichtung, Fragmentierung, Streufeldgeometrie und Impaktormodell.
Kulturgeschichte und Philologie Antike Quellen, Phaethon, Eridanos, Keltenland und geomythologische Überlieferungen.
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Vom Gelände ins Labor
Das Netzwerk verbindet verschiedene Arbeitsschritte:
Geländekartierung und Fundortdokumentation,
geophysikalische Prospektion,
Bohrungen, Grabungen und kontrollierte Probenahme,
petrographische und mineralogische Analysen,
Material- und Spurenelementuntersuchungen,
Datierung und stratigraphische Einordnung,
astronomische und physikalische Modellierung.
Neue Ergebnisse aus einem Fachgebiet führen häufig zu weiteren Untersuchungen in anderen Disziplinen.
Platzhalter für Abbildung 1 Netzwerkdiagramm der beteiligten Fachgebiete
Abbildung 1. Die Chiemgau-Impaktforschung verbindet Gelände, Labor, Modellierung, Archäologie und Kulturgeschichte.
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Wissenschaftlicher Beirat
Der Wissenschaftliche Beirat begleitet die Forschungsarbeit mit fachlicher Beratung.
Er unterstützt die Einordnung von Ergebnissen, den Austausch zwischen den Disziplinen und die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Projekts.
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Editorial Board
Das Editorial Board begleitet die wissenschaftliche Dokumentation und Veröffentlichung.
Zu seinen Aufgaben gehören die fachliche Durchsicht von Texten, die Prüfung von Quellen und die Sicherung einer nachvollziehbaren Darstellung der Forschungsergebnisse.
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Nationale und internationale Zusammenarbeit
Die Untersuchungen erfolgen im Austausch mit Fachwissenschaftlern, Laboren, Hochschulen, Museen, Fachgesellschaften und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen.
Internationale Kontakte ermöglichen den Vergleich mit anderen Impaktstrukturen, Meteoritenmaterialien und analytischen Verfahren.
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Tagungen und Fachveranstaltungen
Ergebnisse der Chiemgau-Impaktforschung wurden auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen vorgestellt.
Die Präsentationen dienen der Diskussion neuer Befunde, dem Austausch mit Spezialisten und der Weiterentwicklung von Untersuchungsmethoden und Modellen.
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Publikationen
Die Ergebnisse des Netzwerks werden in Fachzeitschriften, Tagungsbänden, Büchern, wissenschaftlichen Vorträgen und digitalen Dokumentationen veröffentlicht.
Publikationen entstehen in der Regel fachübergreifend und verbinden mehrere Untersuchungsmethoden.
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Aufgaben im Forschungsnetzwerk
Bereich
Beitrag
Beispiel
Geländeforschung
Erfassung und Dokumentation von Strukturen und Fundstellen
Kraterkartierung, Profile, Probenahme
Geophysik
Untersuchung verdeckter Untergrundstrukturen
Krater #004 und Chiemsee-Doppelstruktur
Laboranalytik
Bestimmung von Mineralen, Gefügen und Materialzusammensetzungen
Schockgefüge, Eisensilizide, Kohlenstoffphasen
Geoarchäologie
Verknüpfung von Impaktbefunden und menschlichen Hinterlassenschaften
Mühlbach und Stöttham
Datierung
Zeitliche Einordnung des Ereignisses
archäologische, radiometrische und lumineszenzbasierte Ansätze
Astronomie
Rekonstruktion von Eintritt, Fragmentierung und Streufeld
Nordost-Südwest-Ausrichtung und Rubble-Pile-Modell
Kulturgeschichte
Vergleich naturwissenschaftlicher Befunde mit historischen Quellen
Phaethon-Mythos und "Keltenland"
Gemeinsame Argumentationskette
Die Stärke des Forschungsnetzwerks liegt darin, dass unterschiedliche Fachgebiete nicht nebeneinander arbeiten, sondern ihre Ergebnisse aufeinander beziehen.
Kratermorphologie, Geophysik, Mineralogie, Materialanalytik, Geoarchäologie und astronomische Rekonstruktion bilden gemeinsam die wissenschaftliche Argumentationskette.
Zusammenfassung
Das Forschungsnetzwerk des Chiemgau Impakt e. V. verbindet regionale Geländearbeit mit spezialisierten wissenschaftlichen Untersuchungen.
Geologie, Geophysik, Mineralogie, Materialwissenschaften, Geoarchäologie, Archäometrie, Astronomie und Kulturgeschichte tragen jeweils einen eigenen Teil zur Rekonstruktion des Ereignisses bei.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit bildet die Grundlage für Forschung, Publikationen, Museum und öffentliche Vermittlung.
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